Oesterling

Das 68 ha große Ganzerbe Oesterling war eigenhörig nach Schwede, ist aber schon von dem letzten v. Milckau, etwa 1790, zum Freikaufe zugelassen; der junge Adlige brauchte Geld.

Oesterling

Der Name Oestling ist eine Missbildung,. 1498 zahlt Geseke tor Osterende für 5 Personen die Hovetschattinge (Kopfsteuer). Also der Hof lag auf dem Osterende, im östlichen Teile der Bauerschaft. Und das stimmt ja auch. An Namensformen kommen dann noch vor Ostenende, Oisterende, Osterenne, ab 1660 dann Osterding, Oisterdinck, Oisterrink, später Oesterling. Die patronymische Endung ... ing und ...ink bedeutet Sippe, diese Endung wird sinngemäß nur an altdeutsche Vornamen angehängt; hier ist sie an eine Örtlichkeit geklebt von einem unkundigen Geiste. Einen vernünftigen Sinn gibt das ja auch nicht.

1534 war Johan Osterende mit Niemann und Schlotmann einer der Anführer bei den Bauernunruhen, von „offiziellen" Handlungen aber wahrte er sich, so kam er mit dem Leben davon.

1538 meldet Johan Osterende an, daß Jürgen van Holle ihm 3 Fuder Garben, 6 Scheffel Wittkora, einen neuen Rock, eine Beddebüren, eine Plaggensegede, einen Schnat geraubt hätten, wofür er 5 1/2 Daler Schadenersatz anmeldet. Der Kaiserliche Oberst Moritz von Fresenborg nahm ihm noch 9 Scheffel Hafer für 1 Taler.

1535 hat sich von der Stelle ein Abspliß gebildet, den ein Gerdt tor Osterende bewohnt, er hat 1545 10 Scheffelsaat Land und auch 13 Stück Großvieh. Ob das die Leibzucht und später wieder eingezogen ist, ob die Neugründung eine der späteren Kötterstellen ist, das ergibt sich nicht.

Auch diese Stelle kommt durch den 30jährigen Krieg gut hindurch, sie hat sogar zwei Heuerstellen, von denen die eine allerdings keine Steuer entrichtete.

Das vorletzte Haus hatte einen „Körnbäönen", (Kornspeicher) im Achterhaus, und dieser hatte an der Giebelwand zwei kleine Bleifenster. Darin waren gebrannte Buntscheiben, zwei von ihnen sind noch vorhanden, die eine zeigt einen, geharnischten Reiter mit Mantelüberwurf als Inschrift:"Johan Friederich Osterling bin ich Genandt mein Glück stehet In Gottes Handt. Frisch Frohlich undt Fromm ist mein beste Reichtum, 1707" Die zweite Scheibe ist leider zerbrochen, ist aber ähnlich gestaltet, statt des Braunen ein Schimmel und an Text: „Wessel Osterling Bin ich genandt mein glück (ist? stehet?) In Gottes Handt eine Frische ?? und ein Reine Handt die mach ?? Wandern mit Ehren Durch alle Landt. 1707". Johan Friederich Osterling, geboren 1683, heiratete 1710 die Johan Elisabeth Maria Thoelen aus Sevelten und setzte den Stamm auf dem Hofe seines Vaters fort. Sein Bruder Wessel, 1685 geboren, heiratete die Lucia Hermes, wohl aus Bartmannsholte, die Familie zieht aus Tenstedt fort.

Das Blut ist auf der Stelle erhalten, läuft aber zweimal über die Frauenseite. 1865 traut Josephine Caroline Meyer sive Oesterding, Tochter der Eheleute Otto Joseph Meyer/Carolina Oesteling den Georg Henrich Götting von Göttings Stelle in Bokel. Damit kommt der Name Götting auf die Stelle, er ist beblieben, wenigsten amtlich. Hier die Falschbildung „Oesterling" wiederholen, ist nicht ratsam. Will man den alten Namen der Stelle wiedergeben, dann vielleicht „Oster" oder „Osterhof'. Der erste Name wäre der bessere, Oster ist der Mann, der im Osten wohnt.

Status animarum von 1703
Name Alter
Borchert Oisterling pater fam. 70
Anna uxor 50
Johan Frerich filius 24
Borchert filius 18
Wessell filius 15
Behrendt filius 13
Dierich Hendrich filius 12
Gerhardus filius 10
Christina filia 7
Chatarina filia 5
Elsche ancilla 21
Status animarum von 1703
Name Alter
Dierich Oisterling 60
Lucke uxor 46
Dierich filius 19
Chatarina filia 16
Lücke filia 14